Mittwoch, 22. Juni 2016

Leseliste Mai 2016


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    Bradford, Bailey: Where`s Theres a Will [Amazon]:
    Die Idee von einer heißen und spontanen Ménage zwischen einem Barmann, einem reifen Cowboy und einem Privatermittler ist gut, die Umsetzung eine Katastrophe. Wenn ich mal ganz viel Zeit habe, lese ich den Roman vielleicht zuende.

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    Church, M. A.: The Harvest: Taken (Buch 1 der The Harvest Serie) [Amazon]
    Male Pregnancy! Eine zwittrige Spezies kann seit der Vergiftung ihrer Atmosphäre keine Nachkommen mehr auszutragen, zeugungsfähig sind sie noch. Sie machen sich im Weltall auf die Suche nach passenden und fruchtbaren Partnern. Unter anderem fordert sie von den Menschen entsprechenden Tribut. Captain Keyno hat ein Auge auf den jungen Dale geworfen und fordert ihn bei der nächsten "Ernteaktion" ein. Nach ein paar genetischen Veränderungen muss sich Dale mit seinem Leben als Ehemann von Keyno arrangieren. Natürlich sieht Keyno total gut aus und stammt aus königlicher Familie. Das Buch liest sich gut weg und hat durchaus ein paar überraschend spannende Momente. Die Nebenfiguren sind fast noch interessanter.

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    Church, M. A.: The Harvest Young: Bound by Fate [Amazon]
    Der jüngere Sohn von Keyno und Dale, Szin, sieht eher menschlich als Tah`Narian aus und ist also im Vergleich zur Kriegerspezies von Keyno etwas zarter geraten. Daher fühlt er sich nicht würdig, seinen Jugendfreund Takeo zu heiraten, der eine Art seelische Verbindung mit ihm hat. Also reißt Szin in Richtung Erde zu seinen menschlichen Großeltern aus. Takeo, eine Art ultimativer Krieger mit besonderen Genen, fängt ihn wieder ein und umwirbt ihn so überzeugend, dass Szin nicht anders kann. Das Buch liest sich angenehm weg und bietet durchaus spannende kulturelle Aspekte.

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    Dee, Cara: Northbound (The North Novels Book 1) [Amazon]
    Unterhaltsamer Roman um den jungen Quinn, der den älteren Declan in Alaska (war es, glaube ich) ausfindig macht und sich heimlich als Zeitarbeiter in dessen Firma einstellen lässt. Quinn möchte endlich wissen, weshalb Declan vor Jahren fluchtartig Floridas verlassen hat.


  • Dee, Cara: Noah [Rezension]
    Ein Buch mit mitreißenden Charakteren, die in ihrer gemeinsamen Trauer zueinander finden ...


  • Derr, Megan: The Only Option [Rezension]
    Charmante Geschichte um einen verzweifelten Drachen, einen schroffen Necromancer und knuddelige, magische Haustiere ...


  • Drake, Jocelynn und Elliott, Rinda: Shiver [Rezension]
    Heiße Liebe mit explosiver Handlung ...


  • Drake, Jocelynn und Elliott, Rinda: Shatter [Rezension]
    Heiße Liebe mit explosiver Handlung ...


  • Gale, Avon: Safe of the Game [Rezension]
    Unterhaltsam und sexy, aber auch etwas langweilig ...


  • Gale, Avon: Power Play [Rezension]
    Wenn sexy Charme entwaffnend wirkt ...


  • Kennedy, Sloane: Absolution (Buch 1 der Reihe: The Protectors) [Rezension]
    Ein Killer, der zum Beschützer seine Opfers wird, ein um seine Schwester trauernder SEAL, der beschützt, was er liebt, und ein junger Künstler, der in den Armen seiner beiden Retter lernt, wieder zu vertrauen ...


  • Kennedy, Sloane: Salvation (Buch 2 der Reihe: The Protectors [Amazon]
    Ronan, der Gründer und Finanzier der geheimen Racheorganisation "The Protectors" bekommt hier sein eigenes Buch. Er liebt den jüngeren Bruder seines ermordeten Freundes und glaubt, sich von ihm fernhalten zu müssen. Es dauert einige Zeit, bis er sich seiner Liebe endlich öffnet. Das Buch ist teilweise ziemlich hart, was das erlittene Schicksal der jeweiligen Protagonisten angeht. Das schöpft die Autorin voll aus dem Sadismustopf. Wie Buch 1 in Teilen packend und die Liebe zwischen Ronan und Seth ist ergreifend.


  • Meadows, Cheyenne: Loaded for Bear [Rezension]
    Sexy, charmante Bären, die auch mit viel Gegrummel nicht verbergen können, wie viel sie einander bedeuten ... 


  • Merikan, K. A.: The Devil`s Ride [Rezension]
    Ein süßer, selbstbewusster junger Mann wickelt den Vizepräsidenten und Verhörspezialisten eines kriminellen Rockerclubs um den kleinen Finger ...


  • Merikan, KA: His favorite Color is Blood [Rezension]
    Spagat zwischen Dunkelheit und Anschmiegsamkeit


  • Riley, Aleksa: Greyscale - unverhofft [Rezension]
    Eine bittersüße Liebesgeschichte mit einem Hauch Nutella ...

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    Sterling, K.: Under The Stars [Amazon]:
    Kinderarzt Noah wird von seinem Freund verlassen und fährt alleine in den Urlaub zu einer romantischen Hütte am See. Der Eigentümer sieht aus wie ein cooler Holzfäller, ist aber total schüchtern. Dennoch beginnen die beiden Männer eine Ferienromanze. Jackson ist überfordert, als Noah in dem Ort bleibt und die dortige Kinderarztpraxis weiterführt.
    Teilweise schöner Roman, der allerdings daran krankt, dass es für Jackson in dem toleranten Ort absolut keinen Grund gibt, seine Homosexualität zu verstecken. Die Gründe für Jacksons Angst sind einfach nicht nachvollziehbar.

Dienstag, 21. Juni 2016

The Devil`s Ride von K. A. Merikan


Gelesen: The Devil`s Ride von K. A. Merikan
Sprache/Übersetzung: Englisch/derzeit nicht, die Autorinnen planen aber, einige ihrer Bücher übersetzen zu lassen.
Schwierigkeitsgrad: Relativ einfach, manchmal kommen ungewöhnliche Vokabeln vor
Erotische Taktrate: Moderat, aber intensiv
Schmelzfaktor: Also die Liebesszenen können einen schon wegschmelzen lassen.
Eindruck in einem Satz: Ein süßer, selbstbewusster junger Mann wickelt den Vizepräsidenten und Verhörspezialisten eines kriminellen Rockerclubs um den kleinen Finger.
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Also ich glaube, ich habe mich in einem Kommentar bei Laberladen auf Facebook schon einmal zu dem Buch geäußert. Bevor ich das jetzt aber suche, schreibe ich die Rezension einfach noch einmal.

Tooth, der Vizepräsident und Verhörspezialist der Coffin Nails ist ein harter Knochen, dem vom Boss der Truppe die Aufgabe auf`s Auge gedrückt wird, auf dessen wiedergefundenen, nicht ehelichen Sohn aufzupassen. Der junge Luci riss nach dem Tod seiner Mutter aus. Die Coffin Nails finden ihn in einem Stripclub, wo er einer der Tänzer ist. Luci ist ein Überlebenskünstler. Es nervt ihn, dass sein Vater sich nun doch noch um ihn kümmern und ihn auf die Schule schicken möchte. Also will er wieder weglaufen. Das weiß Tooth in aller Härte, aber ohne Grausamkeit und mit dem nötigen Fingerspitzengefühl zu verhindern. Wenn Luci wieder etwas ausfrisst, wird er von Tooth bestraft. Da Tooth dem BDSM zugeneigt ist, fallen seine Strafen entsprechend aus. So bekommt Luci beispielsweise einmal etwas mit einem Lineal auf die Finger gehauen. Diese Strafen haben noch keinen sexuellen Charakter und sind so auch nicht gemeint. Dennoch fließt zwischen den beiden Männern schon eine gewisse erotische Energie. Luci findet den stoischen Tooth sofort ganz toll, Tooth dagegen hat sich unter Kontrolle und betrachtet Luci als den Sohn des Bosses für tabu.
Manchmal ist Luci absichtlich frech und fordert so eine Bestrafung heraus, die er in gewisser Weise genießt, weil er sich dann Tooth näher verbunden fühlt. Das Ganze hat etwas von Domestic Discipline, wie uns Laberladen in der dortigen Rezension vorstellt. Allerdings ist Luci kein verwirrter, junger Mann, sondern weiß ganz genau, was er will.

Während einer Bestrafung werden Tooth und Luci plötzlich von ihren Gefühlen zueinander überwältigt. Dadurch ändert sich ihre Beziehungsdynamik. Tooth kann Luci einfach nicht mehr widerstehen. Die Gründe dafür sind einerseits sehr komplex, andererseits reden sie da auch nicht ellenlang drüber. Ich fand diese Schlüsselszene wahnsinnig intensiv. In dem Buch bekommen wir nicht einfach nur profanes Pogeklatsche serviert, wir sehen zwei Männer, die sich trotz aller Unterschiede auf Augenhöhe begegnen und auch wirklich aufeinander eingehen. Irgendwie ist Tooth trotz aller Dominanz kein Dom und Luci ist kein Sub im Sinne der BDSM-Romanzen, die ich bisher gelesen habe (und die mich teilweise an diesen Stellen extrem gelangweilt haben). Tooth hat kein inneres Bedürfnis, Luci zu bestrafen. Da muss ihn Luci gelegentlich schon frech herausfordern.

Natürlich gibt es auch Gefahrenmomente in dem Buch, die Tooth eine Menge Arbeit bescheren und dem Leser zeigen, weshalb er den Namen Tooth trägt. Jemand versucht, Luci eine tödliche Falle zu stellen und seine Weigerung, zur Schule zu gehen, hat auch einen guten Grund.

Mich hat "The Devil`s Ride" begeistert.
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Absolution von Sloane Kennedy


Gelesen: Absolution (The Protectors 1) von Sloane Kennedy
Sprache/Übersetzung: Englisch/derzeit nicht
Schwierigkeitsgrad: Einfach
Erotische Taktrate: Hoch
Schmelzfaktor: In Teilen packend
Eindruck in einem Satz: Ein Killer, der zum Beschützer seine Opfers wird, ein um seine Schwester trauernder SEAL, der beschützt, was er liebt, und ein junger Künstler, der in den Armen seiner beiden Retter lernt, wieder zu vertrauen
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Einer der Killer der geheimen Racheorganistation "The Protectors" wird auf den jungen Künstler Jonas angesetzt. Angeblich soll Jonas ein Pädophiler sein. Der kleine Sohn des ehemaligen Polizisten Mace wurde von einem Sexualstraftäter ermordet. Daher scheint er genau die richtige Person für die Selbstjustiz an Jonas zu sein. Um seinen Auftrag zu erfüllen, beobachtet Mace Jonas über einen gewissen Zeitraum und lässt sich von ihm als Handwerker einstellen. Durch den Umgang mit Jonas kommen ihm immer mehr Zweifel, dass dieser herzensgute Mann fähig sein soll, Kinder zu missbrauchen. Im Hintergrund drängen "The Protectors" auf Vollzug des Auftrags, da kommt ein neuer Mann ins Spiel. Der ehemalige Navy SEAL Cole besucht Jonas, um mit diesem über seine ermordete Schwester zu sprechen. Diese lebte wie Jonas eine Weile als Ausreißerin auf der Straße.

Mace wird von verschiedenen, sich widerstreitenden Gefühlen gequält. Er möchte den süßen Jonas, den er doch eigentlich als seinen Feind betrachtet, vor Cole zärtlich beschützen. Die Erinnerungen an früher machen Jonas erkennbar zu schaffen. Gleichzeitig fühlt sich Mace von Cole sexuell angezogen und diese Attraktion wird erwidert.

Als es zu einem Angriff von dritter Seite auf Jonas kommt, entscheidet sich Mace spontan, ihn zu beschützen. Alle drei Männer flüchten in eine abgelegene Jagdhütte. Dort muss sich Mace, der mittlerweile von Jonas Unschuld überzeugt ist, dem Zorn von Jonas und Cole stellen. Aber es fliegen nicht nur Funken in Form von wütenden Worten. Die Männer können einander trotz ihrer problematischen Situation kaum widerstehen ...

Das Buch Absolution passt voll in mein Beuteschema. Am Anfang fand ich es etwas langatmig, wie Mace Jonas ellenlang beobachtet hat. Aber als es erst einmal in Fahrt kam, hatte es mich. Der Spannungsbogen ist sehr klassisch aufgebaut. Für Vielleser ist das ein bisschen lästig, weil man dann schon ahnt, wann die nächste Angriffswelle der Feinde kommt und eigentlich weiß man dann auch schon, welche das sind.

Bei mir punktet das Buch durch die innige Liebe, die die drei Männer füreinander entwickeln. Die Chemie stimmt und es wird hot, hot, hot. SEAL Cole ist, was die Liebe zu Männern angeht, völlig unerfahren. Zum Glück packt er aber den Stier bei den Hörnern und fackelt nicht lange mit Zweifeln, die einem manchmal als Leserin den letzten Nerv rauben können. Jeder hat seinen eigenen Grund, Trost und Glück bei den anderen beiden zu suchen. Das ist wirklich lesenswert.
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Montag, 23. Mai 2016

His favorite Color is Blood von K. A. Merikan


Gelesen: His favorite Color is Blood von K. A. Merikan (Sex & Mayhem Book 8)
Sprache/Übersetzung: Englisch/derzeit nicht
Schwierigkeitsgrad: Mittel (Gelegentlich werden unübliche Vokabeln benutzt, die man erst nachschlagen muss und selbst dann versteht man den Satz danach machmal nicht. Daher gerät der Lesefluss dann ins Stocken.)
Erotische Taktrate: Mittel
Schmelzfaktor/Eindruck in einem Satz: Spagat zwischen Dunkelheit und Anschmiegsamkeit
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Dass die Mitglieder des Motorradclubs Coffin Nails als Sargnägel bezeichnet werden, ist kein Scherz. Sie sind so gefährlich und kriminell, wie sie aussehen. Grim ist der schlimmste Auftragskiller des Clubs. Bei einem Auftrag findet er den Gefangenen Misha, einen amputierten Pornodarsteller für den etwas ... äh ... eigenwilligen Geschmack. Grim ist seit Jahren Fan von Misha, den er nur als Andrej kennt.

Misha ist Gefangener einer Organisation, die grauselige, perverse Sexvideos der schlimmsten Sorte ins Darknet stellt. Als er von einem furchterregenden, blutbespritzten Biker befreit wird, glaubt er, vom Regen in die Traufe zu kommen. Aber so blutdurstig Grim auch ist, er hat eine sanfte Seite, die er Misha zeigt. Kann es zwischen dem gebrochenen und verängstigten Gewaltopfer und dem blutrünstigen Killer mit dem Fetisch für Amputationen eine echte Liebe geben? Diese Frage erforscht das Buch "His favorite Color is Blood".

Im Buch bezeichnet sich Grim einmal selbst als Psychopath und da ist auch viel Wahres dran. Er ist aber durchaus in der Lage, seinen Blutdurst in Richtung der Feinde zu kanalysieren. Als jemand, der nach Liebe sucht, ist er wie "ganz normale" Männer, manchmal unbeholfen und sehr sehnsüchtig. Für ihn ist Misha der ideale Partner. Ihn zu verführen ist aber gar nicht so leicht.

Für Misha ist es keine Frage der Moral, sich dem Killer der Coffin Nails entziehen zu wollen. Der junge Mann hat schon so viel erleben müssen, dass er keine juristischen Bedenken hegt. Für ihn ist nur wichtig, dem Schmerz zu entkommen. Er kann sich nicht sicher sein, ob der gutausehende Grim nicht doch irgendwann die Beherrschung ihm gegenüber verliert. Also bleibt Misha vorsichtig, kann sich der Anziehungskraft andererseits aber auch nicht entziehen. Lieber will er sich selbst töten, als noch einmal der Sexsklave eines perversen Monsters zu sein. Es ist also an Grim, ihm zu beweisen, dass der zwar einen Kink hat, aber mehr in Misha sieht, als einen Fetisch.

Grim folgt durchaus einem moralischen Leitfaden, wenn es ums Töten geht. Wer sich auf die Buchserie einlässt, dem muss aber klar sein, dass ihre Charas sich jenseits eines juristisch korrekten Lebens bewegen und tief in der organisierten Kriminalität stecken. Sie sind da auch nicht zimperlich. Die Liebe von Misha und Grim ist gelegentlich zuckersüß. Die Romanze selbst ist also eher klassisch aufgebaut, findet aber eben in einem hoch gefährlichen und kriminellen Umfeld statt. Ich werde vielleicht nicht alle Bände der Buchserie lesen, aber ein zweites Buch befindet sich schon auf meinem Reader
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Kolumne: Von Rezensionen lernen

Von Rezensionen lernen ...

Gelegentliche Seufzer von Rezensenten oder Rezensentinnen darüber, wie schwierig der Umgang mit Autoren und/oder deren Fans mitunter sein kann, münden nicht selten in der Äußerung, ein Autor könne doch durchaus was aus Rezensionen lernen.

Setze ich mir die Rezensentinnenkappe auf, denke ich das ehrlich gesagt mitunter bei der Abfassung meiner eigenen Buchbesprechungen auch. Ha, ha, wie eitel ich doch bin!

Schwupp, die eine Kappe abgeschüttelt und die Autorinnenkappe aufgesetzt! Als Autorin denke ich bei solchen Äußerungen amüsiert: Kann man, muss man aber nicht!

Rezensenten sind keine Testleser! Klar, manchmal schreiben Testleser auch Rezensionen, das meine ich aber nicht. Meistens bekommen die Rezensenten ein Buch aber zu lesen, NACHDEM es abgeschlossen worden ist. Alles, was sie dazu sagen, ist also eine Nachschau. Der Autor ist dann längst an dem nächsten Buch dran und gar nicht offen, etwas zu lernen.

Rezensionen werden für Leser geschrieben, so sehr sich die Verfasser auch wünschen mögen, dass ein Autor etwas daraus lernt. Natürlich geht eine Rezension, sei sie kritisch, neidisch, gehässig, wohlwollend oder begeistert, nicht spurlos an einem Autor vorbei. Ich weiß nicht, ob und was andere Autoren aus Rezensionen lernen. Ich habe den Umgang mit Rezensenten gelernt. Das Sprichwort "Shit happens!" passt ganz gut dazu. Egal, wie viel Mühe man in ein Buch investiert, es wird immer jemanden geben, dem es nicht gefällt und der das ungeschminkt der Welt verkündet. Fehler kommen vor, wo man sie gar nicht erwartet und mindestens eine Person wird sie der Welt mit so gewichtiger Stimme verkünden, als ginge es um deren Untergang. Das ist auch in Ordnung so.

Ich als Leserin spüre bei der Lektüre von Rezensionen manchmal eine Art inverse Logik-Effekt. Es gibt Rezensenten bei Amazon, wenn die ein Buch mit ein oder zwei Punkten bewerten, dann kann ich dieses Buch praktisch unbesehen kaufen, und es wird mir gefallen. Mein eigenes Kaufverhalten macht es mir also etwas leichter, mit miesen Rezensionen umzugehen, die andere bei meinen Büchern hinterlassen.

Richte ich als Rezensentin meine Stimme an die Autorin, ist mir natürlich bewusst, dass das reine Fiktion ist. Meine Meinung ist auch nur eine von vielen. Deshalb behilfreiche ich Rezensionen von anderen Bloggerinnen, die ich gerne lese, oft mit einem Like, selbst wenn meine Meinung in die entgegengesetzte Richtung geht. Man kann aus Rezensionen lernen, dass Meinungen verschieden sind und man sich deshalb nicht darüber aufregen muss, wenn man mal abgewatscht wird. Die Watsche tut natürlich weh. Das mache ich aber mit mir selbst aus. Dann schaue ich auf meine Verkaufszahlen und lächele.

Gerade, weil ich beide Seiten aus eigener Erfahrung kenne, nämlich die der Rezensentin und die der Autorin, weiß ich, dass beide Seiten Bücher und Geschichten lieben. Da hört aber in der Regel schon die Gemeinsamkeit auf. Äußern Rezensenten ihre ungeschminkte Meinung, ist das gut so! Weiter so, das bringt Spaß in die Bude und für jeden ist etwas dabei!

Nur eines Kinners! Rezensenten sind nicht die Lehrer von Autoren! Schreibt eure Rezensionen, um eurer Freude an dem Buch Ausdruck zu verleihen oder auch, weil ihr euch drüber ärgert. Nur erwartet nicht vom Autor, dass er nun ausgerechnet aus eurer Rezension etwas lernt. Das kann so sein, muss es aber nicht.